Presse-Artikel

Auf gepackten Koffern

Der WESER-KURIER begleitet den Umzug der Syker Volksbank in das neue Gebäude

Weser-Kurier vom 01.03.2019

von Michael Braunschädel (Fotos)
und Dominik Albrecht (Text)

Was lange währt, wird endlich gut. Eigentlich war der Umzug der Syker Volksbank an der Hauptstraße schon für Dezember des vergangenen Jahres vorgesehen. Am heutigen Freitag, 1. März, soll es aber soweit sein. Techniker, Ingenieure und Reinigungskräfte starten in den Endspurt. 5,3 Kilometer Kabel für Strom und das Alarmsystem sowie 2,5 Kilometer Datenkabel wurden bereits verlegt. Heute ziehen die Mitarbeiter in ihr neues „Zuhause“, um einen fließenden Übergang zu gewährleisten. Laut Einschätzungen von Regionalleiter Carsten Liebich arbeiten sie ab März in der wohl modernsten Volksbank-Filiale des Landkreises. Der WESER-KURIER hat vorab die Räume besichtigt.

Elf helle und modern eingerichtete Räume, verteilt auf 400 Quadratmetern Fläche und zwei Etagen, stehen den acht Mitarbeitern ab sofort zur Verfügung. Sowohl in den Beratungszimmern als auch im Konferenzraum hängen große Flachbildschirme. Prunk und Protz? Mitnichten, wie Carsten Liebich erklärt: „Wir wollen unsere Beratungen aktiv gestalten. Wir sitzen nicht hinter einem Rechner und stellen Fragen, sondern schauen mit dem Kunden gemeinsam auf den Bildschirm.“ Auf diese Weise soll jederzeit verfolgbar sein, welche Einträge der Kundenberater vornimmt.

Schon vor 18 Jahren standen nach den Worten des Regionalleiters Überlegungen im Raum, die alte Filiale zu sanieren oder in einen Neubau zu investieren. „Dieses Gebäude hat seine Herausforderungen“, fasst Carsten Liebich charmant die bautechnischen Tücken des Ende der 1960er-Jahre eröffneten Zeitzeugen zusammen. Was damals noch topaktuell war, sei aus energetischer Sicht jetzt „absolut nicht mehr ‚State Of The Art‘“. Auch die Instandhaltung der Architektur, der Fassade und des Daches mache heute mehr Mühe als Freude. „Wenn man sich mal die Innovationen in der Architektur anschaut, fällt die Zeit Ende der 60er, Anfang der 70er nicht unbedingt in die Hochphase deutscher Baukunst“, gibt Carsten Liebich hinsichtlich der bautechnischen Voraussetzungen zu. Kirstin Pauls, Pressesprecherin bei der Volksbank, wird die Optik jedoch vermissen: „Ausstellungen hier zu machen mit den hohen Decken, war immer etwas Besonderes. Aus Sicht meines künstlerischen Herzens ist bei dem Auszug schon ein weinendes Auge dabei.“ Doch eben diese hohen Decken seien ein weiterer Nachteil. Zwar stellten sie einen Blickfang dar, wirklich nutzbarer Raum sei das aber nicht. „Wenn wir hier heizen, geht die Hälfte der warmen Luft verloren. Da fragt man sich schon, ob das wirtschaftlich sinnvoll ist“, merkt Carsten Liebich an. Da stellt der Neubau mit seinen Wärmeverbundgläsern, der Klimaanlage, höhenverstellbaren Schreibtischen sowie Barrierefreiheit einen krassen Kontrast dar. Das Licht, die Jalousien und die Heizung lassen sich über ein Touchfeld bedienen. Schon der Kundenbereich am Eingang fällt durch seine Reduzierung auf das Nötigste auf. Ein Ergebnis der sich verändernden Rolle einer Bank. „Von dem, was dieses Gebäude bei seiner Entstehung als Bank repräsentiert hat, ist nichts mehr übergeblieben“, verdeutlicht Carsten Liebich. Heute gebe es einen größeren Bedarf an persönlicher Beratung als der Kontakt am Schalter – zurückzuführen auf die Digitalisierung. „Früher hat man sich ein Stück weit darauf verlassen können, dass der Kunde vorbeikommt. Heute kommt der Kunde rein und hat sich im Internet schon informiert“, beschreibt der Filialleiter. Entsprechend wartet der Vorraum mit einem Ein- und Auszahlautomaten sowie einem Kontoauszugsdrucker auf.

Haben die Mitarbeiter Kunden bisher in ihren Büros beraten, wird es künftig extra Beratungszimmer geben. Der besondere Clou: Jedes davon präsentiert sich zu einem anderen Thema inklusive individueller Gestaltung. „Einen Raum nennen wir Syke. Der hat das Kreismuseum als Fototapete, ist im Fachwerkstil gestaltet und in einer Ecke steht ein Ortsschild“, erklärt die Privatkundenberaterin Stefanie Rühe. Damit soll auf die Individualität der Kunden eingegangen werden. „Jeder Kunde hat eigene Wünsche, Bedürfnisse und Themen, die ihm wichtig sind. Der eine fühlt sich vielleicht in einem sportlichen Ambiente etwas wohler. Darum haben wir bewusst zudem ein Jugend-, ein Retro- und ein Kaminzimmer eingerichtet“, so Liebich.

Am heutigen Freitag, 1. März, bleibt die Syker Filiale geschlossen. Zeit, die die Mitarbeiter nutzen, um ihre Arbeitsutensilien in Kartons zu verpacken und in den Neubau zu tragen. Auf Hilfe externer Firmen wird verzichtet. Das ging laut Carsten Liebich aber nur dank der Mitarbeiter: „Sie haben in den letzten Wochen sehr viel Einsatz gezeigt, der nicht selbstverständlich ist.“ Wer sich selber ein Bild von der neuen Volksbank machen möchte, kann dies ab Montag, 4. März, tun. Dann startet der Regelbetrieb. Zudem ist für Sonntag, 10. März, im Zuge des Frühlingsmarktes ein Tag der offenen Tür vorgesehen.