Presse-Artikel

Porter-Songs von Weltruhm

90 Fans zum „Jailhouse – Night & Day“ in der Volksbank Bassum

Kreiszeitung vom 28.01.2019

VON BERTHOLD KOLLSCHEN

Bassum – Eine musikalische Reise durch das Werk von Cole Porter bot das Hanse-Swing-Project am Samstag beim „Jailhouse – Night & Day“ in der Volksbank Bassum und setzte damit die Veranstaltungsreihe Jailhouse-Jazz fort. Gut 90 Gäste waren dieses Mal gekommen, um sich von Cole-Porter-Melodien unterhalten zu lassen.

Das Hanse-Swing-Project mit vier Musikern und einer Sängerin aus dem norddeutschen Raum wurde 2004 von Schlagzeuger Wolf Grezesch aus Bremen gegründet. In Bassum gastierte die Band weiter mit Nina Majer aus Hamburg (Gesang), mit Olaf Barkow aus Elmshorn (Tenorsaxophon und Klarinette), mit Andreas Hinrichs aus Hamburg (Piano) und mit Moritz Zopf aus Bremen (Kontrabass).

Deren Cole-Porter-Programm startete mit der Instrumentalnummer „You Are The Top“. Damit bewiesen, sie gleich, dass der Swing in ihrer Musik dominiert. Sängerin Nina Majer, erst seit Kurzem in der Band, ließ für sie als erstes Stück „Let’s Do It – Let’s Fall In Love“ hören. Dabei betonte sie in technisch hervorragender Art und Weise, dass sie auch den „Skate-Gesang“ beherrscht.

Noch vor der Pause schallte das berühmte „Night And Day“ durch die Schalterhalle, ein Stück, dass Cole Porters Weltruhm begründete.

Ein Höhepunkt des zweiten Konzert-Teils war der Auftritt einer Trioformation mit Schlagzeug, Bass und Saxophon. Die drei intonierten mit viel Drive und Swing „All Of You“. Bei dem Stück ging es richtig ab, was vom Publikum auch mit viel Beifall honoriert wurde.

„Das ist schöne Musik“, kommentierte Dr. Jürgen Rosendahl, Musikexperte sowohl für Jazz als auch für Klassik, ohne dabei in Euphorie zu verfallen. Auch seine Frau Heide zeigte sich durchaus mit dem Gebotenen zufrieden. Beide aber waren, wie auch viele andere, von der großartigen Leistung des Tenorsaxophonisten Olaf Barkow beeindruckt.

Nicht gut angekommen ist dagegen die Moderation der Musiker. Sie haben ihre Texte abgelesen, zum Teil sogar etwas holperig. So kam es auch, dass bei aller Klasse der Musik der Funke erst gegen Schluss des Konzertes überspringen wollte.

Das fanden auch Ingrid und Lutz Wiener aus Stuhr nicht gut: „Das geht eigentlich gar nicht.“ Sie waren bereits mehrfach Gäste der Traditionsveranstaltung in der Volksbank.

Schließlich wurde die Stimme von Nina Majer allgemein als sehr einfühlsame Balladenstimme empfunden. Nicht so überzeugend war allerdings ihre Performance bei den schnellen, swingigen Stücken.

Insgesamt erlebten die Zuhörer einen schönen Abend. Hervorragende Soli, ein gutes Zusammenspiel und stimmige Interpretationen der Cole-Porter-Titel machten ein gutes Gesamtpaket aus.

Nun sind viele Fans schon ganz gespannt, was sich Kirstin Pauls, die engagierte Initiatorin und Organisatorin der Bassumer Veranstaltungsreihe, fürs nächste Jailhouse-Konzert im kommenden Jahr ausdenken wird. „Vielfalt ist geboten“, kündigt sie schon mal an.