Presse-Artikel

Tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Tier

Die Künstlerin Anke Wollgast stellt ihre Werke unter dem Titel „Feder – Fell – Haut“ in der Volksbank Stuhr aus

Syker Kurier vom 17.11.2018

von Eike Wienbarg

Stuhr - Wenn ein Indianer stirbt, holen die Tiere, die er im Leben gehabt hat und die gestorben sind, seine Seele ab und entscheiden darüber, ob er die sogenannte Regenbogentreppe emporsteigen darf. Diese Legende, die von einer tiefen Verbindung zwischen Mensch und Tier zeugt, hat die Stuhrer Künstlerin Anke Wollgast fasziniert. Und vor allem auch inspiriert. Vier ihrer Werke, die seit Donnerstag in den Räumen der Stuhrer Volksbank an der Blockener Straße 2 unter dem Titel „Feder – Fell – Haut“ zu sehen sind, befassen sich mit dieser Sage. Wollgast hat das Thema erweitert und die Regenbogenlegende auch auf Haus-, Nutz- und Wildtiere ausgedehnt. Je ein Bild zeugt farbgewaltig von der Geschichte rund um das Ende des Lebens.

„Ich habe großen Respekt vor diesem Mitgefühl“, sagt Wollgast, die schon seit Kindertagen von der indianischen Kultur fasziniert ist. Ein Auslöser dieser inneren Verbundenheit zu den amerikanischen Ureinwohnern sei der Film „Die weiße Feder“ gewesen, in dem einige First Nations dagegen kämpfen, in ein Reservat umziehen zu müssen. Zu der Faszination für die Kultur gesellte sich bei Wollgast schon früh auch die Leidenschaft zum Malen und Zeichnen. „In unserem Zimmer stand ein riesen Zeichentisch“, erzählt die Künstlerin. Auch habe es keine Vorlesegeschichten gegeben, ihre Mutter zeichnete Märchen für ihre Kinder.

Über berufliche Umwege kam Wollgast, die in Bremen Grafik-Design studierte, erst vor kurzer Zeit wieder zu ihrer Kunst. Seitdem beschäftigt sie sich mit indianischen und spirituellen Themen sowie mit der Zeichnung von Tieren aller Art. Außerdem gibt sie Kurse an der Kunstschule Stuhr (Kuss).

Zu der Ausstellung in der Volksbank ist Wollgast über ihren Kundenberater Markus Vogelsang gekommen. „Sie hat mir erzählt, dass sie sich selbstständig macht, und ich habe den Kontakt hergestellt“, erzählt Vogelsang. „Es ist unsere persönliche Bindung zu den Kunden“, sagt er weiter und freut sich, dass Wollgasts Bilder nun in den Räumen der Bank präsentiert werden.

Auch Volksbank-Filialleiterin Susanne Schröder zeigt sich begeistert von der Ausstellung und den Werken von Anke Wollgast. Vor allem das Bild eines Indianers – Anke Wollgasts erstes Menschenporträt – habe sie auf Anhieb fasziniert. „Es strahlt so viel Ruhe, Kraft, Stolz und Würde aus“, sagt Schröder beeindruckt. Die Vorlagen für die Indianer-Porträts finde sie in den Sozialen Netzwerken, plaudert Wollgast aus dem Nähkästchen. Die Brinkumer Künstlerin ist froh über die Gelegenheit zur Ausstellung. „Bilder, die nur in meinem Wohnzimmer hängen, sieht kein Mensch“, sagt sie mit einem Schmunzeln. 26 ihrer Werke haben jetzt für drei Wochen einen exponierteren Platz.

Die Bilder von Anke Wollgast unter dem Titel „Feder – Fell – Haut“ sind noch bis Donnerstag, 6. Dezember, zu den Öffnungszeiten der Stuhrer Volksbank an der Blockener Straße 2 zu sehen.