Presse-Artikel

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Die Ausstellung „Schon gesehen“ der Bassumer Fotofreunde ist vom 9. bis zum 20. November in der Volksbank Bassum zu sehen

Syker Kurier vom 10.11.2018

von Lena Mysegades

 

Bassum. Den Blick fürs Unentdeckte hatten die acht Fotofreunde aus Bassum für ihre erste Ausstellung „Schon gesehen?“ in der Volksbank in Bassum. Am Donnerstagabend wurde sie feierlich eröffnet. Alle Acht gingen unterschiedlich an den Titel heran. Fritz Kohnert, Uwe Kalin, Sigrid Meinert und Michael Rasche sind von Anfang an – seit vier Jahren – bei der offenen Gruppe von Fotobegeisterten aus Bassum und umzu dabei. Klaus-Dieter Hilbrecht, Susan Liebner, Axel Westhoff-Liebner und Alfred Rozenvalds kamen dann im Laufe der Zeit noch dazu.

Fritz Kohnert wählte eine schwarz-weiß Fotoreportage über das Sägewerk Bösselmann in Neubruchhausen. Da er Wilfried Bösselmann und seinen Kollegen Alwin Bodenstab kennt, durfte er ein Jahr lang deren Arbeit dokumentieren. „Die beiden sind schon alt, aber sie können nicht aufhören zu arbeiten“, sagt Kohnert. Bei Wind und Wetter würden sie die schwere körperliche Arbeit im Sägewerk erledigen. Der Betrachter sieht zum Beispiel Wilfried Bösselmann hinter dem massiven Eisenkran stehen oder wie Alwin Bodenstab konzentriert an der Maschine arbeitet.

Klaus-Dieter Hilbrecht ist ein ehemaliger Kollege von Uwe Kalin. „Wir fahren aber auch heute noch jeden Tag zusammen im Zug von Syke nach Bremen“, erzählt Hilbrecht. Mit seiner Kamera hat er für die Ausstellung bewusst mit Schärfe gespielt. Da ist eine rot-grüne Blume, die im Vordergrund steht, vor der Konzertmuschel der Freudenburg. „Das ist gewollt, dass die Muschel nur angedeutet ist.“ So erkenne man nicht sofort, wo das Bild entstanden ist. Hilbrecht führt die Besucher auch hinters Licht, indem er ein Gebäude mit einer rosa Blüte fotografiert, bei dem fraglich ist „Ist das überhaupt in Bassum?“. „Ja ist es“, lacht der raffinierte Fotokünstler. Das sei ein Bild aus dem Bassumer Bahnhof und damit kein echtes Gebäude aus der Lindenstadt. Er zeigt den Bahnhof einmal als „Fernverbindung“ von außen und als „Nahverbindung“ von innen. „Diese Panoramaserie ermöglicht auch nochmals eine unbekannte Ansicht.“

Kreativ ist auch Alfred Rozenvalds in Bezug auf das Thema gewesen. Der Bassumer startete seine „Traumserie“ mit einer Kindheitserinnerung. Und zwar, die an einen Kaugummiautomaten. Bei diesem knallroten Pfennigfresser hat er besonders seine Schattenwirkungen herausgearbeitet. „Das verklebte Kaugummi am Metall – genauso sah das damals aus.“ Weiter geht es dann mit seinem Traum im Wohnhaus von Heinrich Schröder, Inhaber des Eisenwerks in Bassum. „Ich bin dort mit dem Fahrrad vorbei gefahren, bin rein und habe mich vom Keller bis zum Boden umgesehen.“ Aus dem Blickwinkel eines in gelber Tapete gefassten Türbogens, sieht man auf das schöne alte Bad. Der Fliesenschutt, der den Abriss des Gebäudes ankündigt, liegt jedoch schon davor. „Mich hat dieser Kontrast interessiert zwischen Schutt und Schönheit“, sagt Rozenvalds. Der Traumgedanke passe auch, weil es einmal ein schönes Traumbad für jemanden gewesen sei. Alfred Rozenvalds hat bereits 1976 angefangen zu fotografieren. „Ich hab einen ganzen Schrank voll Kameras“, lacht er. Wo früher das „Eisenwerk Wohnhaus“ war, ist jetzt übrigens ein Getränkemarkt.

Der Filialleiter der Volksbank, Maik Bandorski, sagte in seiner Ansprache: „Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte.“ Gewisse Motive könne man sofort erkennen, wie beispielsweise die Freudenburg. Bei anderen müsse man eben genauer hinsehen. „Die Kulisse ist sicher wie gemacht für die Ausstellung“, schloss er. Der Begründer der Fotofreunde, Uwe Kalin, sagte: „Die Vielfalt der Ausstellung ist sicher attraktiv und sie biete Anregungen für Menschen, die sich für Fotografie interessieren. „Der Verkauf von Bildern ist nicht unser Hauptaugenmerk. Es ist aber möglich.“ Interessenten können sich aber unter der E-Mail-Adresse info@bassumer-fotofreunde.de melden. Oder sie tragen sich in eine Liste in der Volksbank ein und erhalten dann Rückmeldung.

Autorin Christa Bohlmann, die mit ihrem Mann bei der Eröffnung dabei war, meinte: „Mir gefällt die Ausstellung sehr, auch die Perspektiven auf den Bahnhof finde ich interessant.“ Ebenso fand sie die Bildunterschriften sehr passend und man müsse wirklich überlegen, wo das Motiv in Bassum ist.

Bis Ende des Monats, 30. November, läuft die Ausstellung in der Volksbank in der Bremer Straße 28. Es gelten dafür die regulären Öffnungszeiten der Filiale.