Presse-Artikel

Die mit dem ärztlich attestierten Namen

Das Jazz-Trio Sax und Schmalz tritt für die Reihe „Jailhouse“ am 20. Januar in der Volksbank Bassum auf

Syker Kurier vom 15.12.2017

VON DOMINIK ALBRECHT

Bassum. Nicht alle wissen wahrscheinlich, dass die Bassumer Volksbank früher ganz andere „Gäste“ beherbergte. Denn früher war die Bank ein Gefängnis. Doch wo einst die Insassen bei den Verhören durch die Gefängniswärter sangen, singen heute Musiker auf der Bühne, wenn es wieder heißt „Jailhouse“. Die Veranstaltungsreihe geht am 20. Januar in die nunmehr fünfte Runde. Diesmal treten ab 20 Uhr unter dem Titel „lebHaft“ Sax und Schmalz auf.

Hinter Sax und Schmalz verbergen sich Reinhard „Penny“ Penski, Jan Fritsch und David Jehn. Penski erhielt seinen Spitznamen schon, als er zwölf Jahre alt war, wie er erzählt. „Das entstand in den 1950er-Jahren, als die Anglizsmen aufkamen. Da mein Nachname ohnehin so passend war, ergab sich ,Penny‘ von alleine“, verrät Reinhard Penski. Charmante Anekdote: Reinhard „Penny“ Penski steht mit genau diesem Namen im Telefonbuch. „Da will ja niemand den Personalausweis sehen, wenn man sich eintragen lässt“, merkt er augenzwinkernd an. Den Weg zur Musik fand der anno dazumal beim Bremer Jugendzirkus Tortellini arbeitende Musiker über Fußgängerpassagen. Dort trat der in Bremen Lebende als Straßenmusiker und Akrobat auf. Musik sei schon immer ein Teil seines Lebens gewesen. Und so ließ er zusammen mit einem Geiger auf den Straßen Bremens Zigeuner-Jazz erklingen. „Aber erst als ich 30 Jahre alt war, kam ich dazu, wirklich Musik zu spielen“, sagt Penski. 1984 gründete er die Gruppe Flax und Schmalz. Später stieß dann Jan Fritsch hinzu, der in Visselhövede an einem Kindertheater mitwirkte und sich selber als „Multi-Instrumentalist“ bezeichnet. Zu Recht, spielt er unter anderem Klarinette sowie Saxofon und singt obendrein noch. „Jan Fritsch brachte damals einen ganz anderen Wind in die Kombo“, attestiert auch Reinhard Penski. Das neu geformte Trio wechselte vom Zigeuner-Jazz zu Jazz und Swing.

Und wie entstand der Namenswechsel zu Sax und Schmalz? Das war das Ergebnis eines witzigen Vorfalls, wie Reinhard Penski erklärt. „Wir spielten einmal auf der Feier eines Arztes, der an dem Abend schon gut dem Sekt zugesprochen hatte. Als er uns ankündigen wollte, fiel ihm unser Name nicht ein. Nach einem hilfesuchenden Blick sah er Jan Fritsch mit seinem Saxofon und kündigte uns kurzerhand als Sax und Schmalz an“, erinnert sich Penski und schmunzelt noch heute. Der einstige Geiger an der Seite von Reinhard Penski verschwand, dafür stand David Jehn vor der Tür, der zunächst als Aushilfe zum Bass griff, seit 17 Jahren aber als fester Teil des Trios auf der Bühne steht.

Auch Dehn hat Bezug zur Kinder-Bespaßung, kommt laut Pensky aus einer „Kinderliederdynastie“. Seine Familie hat einen Kinderliederverlag in Worpswede, erklärt Reinhard Penski. David Jehn habe sein Leben lang gesungen und sei firm in allen Tonlagen. „Wenn Jan Fritsch und ich schon zweistimmig singen, findet er auf jeden Fall eine dritte Stimme, die dazu passt“, schwärmt Penski. Gleichzeitig zum Kontrabass-Spiel werde David Jehn zudem singen, was eine Besonderheit darstelle. „Das ist besonders, weil er häufig eine andere Melodie-Folge spielt, als er singt“, führt Penski aus.

Sax und Schmalz tritt nach Angaben des selbst ernannten Rhythmusfreaks Reinhard Penski hauptsächlich im norddeutschen Raum auf, hat aber auch schon Stuttgart unsicher gemacht. Und was führt die Drei nun nach Bassum? Die Antwort: Kirstin Pauls. Die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Volksbank Bassum hat Sax und Schmalz nach eigenen Worten live erlebt und war begeistert. „Die machen einfach klasse Musik und haben on Top einfach Bock, auf der Bühne zu stehen“, fasst sie ihre Faszination für Sax und Schmalz zusammen. Da kam es gelegen, dass es dem Vorstand der Bank wichtig war, sich einem neuen Genre zu öffnen und damit den Jailhouse-Besuchern ein variantenreiches Angebot bieten zu können. Apropos variantenreich: So wollen Sax und Schmalz sich am 20. Januar auch zeigen. Rock, Jazz, Swing und Evergreeens seien nur einige Facetten, die an dem Abend präsentiert werden sollen. „Wir spielen natürlich auch den Jailhouse-Rock“, versichert Reinhard Pensky. Darüber hinaus passe man sich dem Thema „Jailhouse“ aber nicht an, sondern vielmehr dem Titel „lebHaft“. „Das Wort Haft passt im doppelten Sinne, und lebhaft ist einfach toll, weil wir sehr dynamisch, rhyhtmisch und mit Freude spielen“, so Penski. Besucher sollen sich zudem darauf einstellen, sich nicht lange auf den Sitzen halten zu können. „Die Beine werden schwingen und die Bauchmuskulatur beansprucht, weil Jan Fritsch ein begnadeter Entertainer ist“, sagt Reinhard Penski. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, sollte den am heutigen Freitag startenden Vorverkauf ausnutzen. Karten gibt es in den Volksbank-Filialen Bassum, Syke und Stuhr zum Preis von 13 Euro – Mitglieder der Volksbank sparen drei Euro. Der Einlass beginnt am 20. Januar bereits um 19.30 Uhr.

Der SYKER KURIER verlost dank freundlicher Unterstützung der Veranstalter einmal zwei Freikarten auf www.facebook.com/sykerkurier.