Presse-Artikel

„Environments“: Kunst aus Paketband

Kunstschüler des Syker Gymnasiums stellen lebensgroße Figuren in der Volksbank aus

Kreiszeitung vom 18.02.2017

Die Schüler haben gemeinsam in ihren Kunst-Grundkursen drei Monate lang geklebt und geformt, um lebensgroße Figuren aus Paketband herzustellen. Von links: Dominic Rhode, Bastian Gutwein, Jonas Böse, Maurice Ehlers und Arne Schumacher. Foto: Jantje Ehlers

Von Robin Grulke

SYKE - Das Ergebnis von drei Monaten Beobachten, Kleben und Formen ist für die kommenden zwei Wochen in der Syker Volksbank zu sehen. Dort stellen zwei Kunst-Grundkurse des zwölften Jahrgangs des Syker Gymnasiums „Environments“ aus: Lebensgroße Figuren, die einzig aus Paketband bestehen.

„Ihr wolltet mir auch nicht glauben, dass das funktioniert“, meint Kunstlerer Matthias Radeck zu seinen Schülern. Die haben es geschafft – entgegen ihrer Erwartungen – dass die Figuren gleichzeitig flexibel und stabil sind. Mit diesen Eigenschaften erfüllen sie ihre Aufgabe, das Alltägliche, was laut Radeck längst nicht mehr wahrgenommen wird.

Dafür positionierten die Schüler sie drei Wochen lang auf dem Gelände des Syker Gymnasiums. Lehrer, Mitschüler und andere Besucher konnten die acht Figuren (für jede waren zwischen drei und vier Rollen Paketband nötig) unter anderem auf Bänken sitzend, angelehnt an die Bushaltestelle oder auf einer Schaukel betrachten.

Vom Planungsbeginn bis zur Fertigstellung der Figuren sind knapp über drei Monate vergangen. Die insgesamt 27 Schüler behielten ihre Klassenkameraden während der Pausen im Auge und machten sich ein Bild davon, wie sie in alltäglichen Situation stehen, sitzen und wirken. Nach deren Vorbild formten sie die Figuren darzustellen, indem sie erst eine Schicht des Bands verkehrt herum, mit der klebenden Seite nach oben, um die Körperteile wickelten. Kompliziert: Kopf, Finger und Hintern. Damit schufen sie die Grundlage für die Struktur, die nach Auftragen mehrerer Schichten wie ein Gipsverband wirkt. Besonders kompliziert zu formen waren den Schülern zufolge der Kopf, einzelne Finger sowie die Hintern von sitzenden Figuren.

Und wie haben Mitschüler und Lehrer das Projekt aufgefasst? „Naja, die Figuren sind heile geblieben“, erzählt einer der jungen Künstler scherzend. Vereinzelt seien die figürlichen Arbeiten auch mit Sexpuppen verglichen worden. Radeck selbst habe aber ausschließlich positive Reaktion vom Kollegium aufgenommen. Dass sie unversehrt geblieben sind, wertet der Kunstlehrer als positiven Kommentar: „Wenn bei uns Kunst in der Schule ausgestellt ist, man sie drei bis vier Wochen stehen lässt und es passiert nichts damit, dann ist das gut.“

Am Donnerstag, 9. März, wandern die Figuren zurück ins Syker Gymnasium. Bis dahin sind Kunstbegeisterte eingeladen, sich die ungewöhnlichen Paketband-Arbeiten in der Volksbank anzusehen, sagt VoBa-Pressesprecherin Kirstin Högemann: „Wir freuen uns sehr, dass wir mal ein etwas anderes Projekt ausstellen können.“