Presse-Artikel

Musik im Gefängnis

Die Volksbank in Bassum setzt ihre Reihe der Jailhouse-Konzerte im Januar mit der Bremer Band Trio Royal fort

Syker Kurier vom 16.12.2016

von Marie Lührs

Trio Royal
Haben den Rhythmus im Blut: Ralf Stahn (von links), Andy Einhorn und Hans Christian Klüver bilden das Trio Royal.

 

Bassum. Noch wirkt es absurd, dass sich der Servicebereich der Volksbank in Bassum am Sonnabend, 28. Januar, ab 20 Uhr in eine Konzertstätte verwandeln wird. Zwischen den
Beratungstischen mit Computern und Bürostühlen werde dann eifrig gewippt und getanzt, versichert Kirstin Högemann von der Volksbank. Und sie muss es wissen, denn es ist nicht die erste Veranstaltung dieser Art, die die Frau für Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

Unter dem Begriff Jailhouse gibt es seit dem Jahr 2014 Konzerte in der Filiale. Der Titel der Reihe bezieht sich auf die Vergangenheit des Bankgebäudes, denn das war vor einigen Jahrzehnten noch ein Gefängnis. Wer bei dem Begriff also gleich an den Jailhouse Rock von Elvis Presley und seine berüchtigten Konzerte vor inhaftierten Sträflingen denken muss, ist nah dran.

Gerockt wurde in der Volksbank im vergangenen Jahr, außerdem gab es bereits Jazz- und Mitsingkonzerte. In diesem Jahr verspricht die Ankündigung mit der Bremer Band Trio Royal Jailhouse Entertainment. „Witzig, humorvoll und spritzig“ werde das Konzert, das könne sie versprechen, sagt Kirstin Högemann. Entdeckt habe sie die Männergruppe im vergangenen Jahr bei einem Besuch des Kulturfestivals Breminale. „Ich kann die wirklich nur empfehlen“, betont Högemann, die Bremer hätten ihr Publikum sofort verzückt.

Ralf Stahn am Kontrabass, Andy Einhorn an der Gitarre und Hans Christian Klüver an den Percussions formen das charismatische Trio. „Gespielt werden Swing-, Schlager- und auch Poptitel mit traumwandlerischem Gitarrenspiel und heißen Bongobeats“, kündigt Högemann an und verrät noch eine Besonderheit. Denn neben den Percussions spiele Klüver auch ein etwas exotischeres Instrument: die Nasenflöte. „Das ist schon ganz schön ungewöhnlich“, findet die Organisatorin. 

„Wir kommen alle eher vom Jazz“, erklärt Hans Christian Klüver, seit 15 Jahren stehe das Trio auf der Bühne. Swing sei die Grundanlage der Truppe, die allerdings mit vielerlei verschiedenen Einflüssen experimentiere. So zähle zu ihrem Repertoire eine Country-Version des Depeche Mode-Klassikers „Enjoy The Silence“, aber auch Schunkel-Stücke wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“.

Spontanität stellt das Trio Royal bei seinen Konzerten ebenfalls unter Beweis, denn in ihrer Pause formen sie aus zugerufenen Worten Texte, die sie mit bekannten Melodien hinterlegen. „Speedtexting“ nennt Klüver die Aktion, bei der ihr Publikum maßgeblich Einfluss auf das Geschehen nehmen könne. Generell stifteten die Musiker ihre Zuhörer gerne zur Interaktion auf, denn auch Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht.

„Letztendlich bezahlen die Menschen nicht für die Musik, sondern für das Lebensgefühl“, findet der Nasenflötist. Nach einem gut zweistündigen Konzert soll das Publikum in bester Stimmung den Heimweg antreten, wünschen sich die Musiker. Und dafür seien sie bereit, sich leidenschaftlich auzupowern.

„Wir haben Platz für 200 Leute“, sagt Kirstin Högemann. Die Bühne käme in eine Ecke des Beratungsbereichs, sodass das Publikum sich tatsächlich im Herzen des früheren Gefängnistraktes befinde. Ein Stück vor der Bühne können die Konzertbesucher dann noch ein Stück Geschichte bewundern, denn ein kleines Stück des Bodens ist aus Plexiglas und gibt den Blick frei auf das alte Gemäuer des Kellers.

Stehplätze aber auch Sitzgelegenheiten soll es geben, kündigt Kirstin Högemann an. Außerdem gebe es Getränke und Snacks zu kleinen Preisen. Wer mit dabei sein möchte, der kann sich ab jetzt Karten sichern. Die sind zum Preis von 13 Euro in den Filialen der Volksbank in Bassum, Syke und Weyhe erhältlich. Mitglieder der Volksbank zahlen nur zehn Euro. Wer es nicht in eine der Filialen schafft, der kann sich auch telefonisch unter 0 42 41 / 8 58 58 oder online über www.volksbank-syke.de ein Ticket sichern. Einlass bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn.

„Die Menschen zahlen nicht für die Musik, sondern für das Lebensgefühl.“ Hans Christian Klüver