Presse-Artikel

Eine Liebesheirat mit Delmenhorst

Volksbank Syke plant für 2018 eine Fusion mit der benachbarten Kreditgenossenschaft

Syker Kurier vom 02.11.2016 - VON CLAUDIA IHMELS

Wollen die Pläne für die Fusion mit Delmenhorst voranbringen (v.l.): Ulrich Greschuchna, Markus Lüers, Bernd Meyer, Carsten Fischer (Aufsichtsratsvorsitzender) und Carl-Ludwig Behrens. Foto: Janina Rahn

Landkreis Diepholz. Die Volksbank Syke steht vor entscheidenden Veränderungen. Neben einem Generationswechsel im Vorstand wird in den kommenden Monaten eine Fusion mit der Volksbank Delmenhorst Schierbrok vorbereitet. Dafür hätten sich die Aufsichtsräte beider Banken ausgesprochen und die Vorstände mit entsprechenden Verhandlungen beauftragt, teilte die Volksbank mit Hauptsitz in Bassum am Dienstag mit. Zu Kündigungen und zur Schließung weiterer Filialen soll es durch die für 2018 geplante Fusion nicht kommen.

„Es ist eine Liebes- und keine Zwangsheirat“, betonte das neue Vorstandsmitglied Bernd Meyer. Und Carl-Ludwig Behrens, der Ende 2017 mit dem Rentenbeginn aus dem Vorstand ausscheidet, ergänzte: „Da werden nicht nur Zahlen zusammengelegt, sondern auch die Kulturen müssen zusammenpassen.“ Das sei bei der Volksbank Delmenhorst Schierbrok der Fall. Mit ihr habe man eine Bank gefunden, die „genauso tickt wie wir“, so Behrens, der damit die genossenschaftliche Philosophie sowie die Wertschätzung gegenüber Kunden und Mitarbeitern meint. Man habe sich nicht gegen die Fusion mit einer anderen benachbarten Bank entschieden, sondern für Delmenhorst.

Zum Hintergrund der Fusion sagte Behrens: „Wir leben in bewegten Zeiten.“ Man müsse die Zukunft gestalten und sichern. Der Zusammenschluss geschehe aber nicht, weil man befürchte, alleine nicht mehr am Markt bestehen zu können. „Wir sind fest davon überzeugt, dass sich unsere beiden Banken hervorragend ergänzen und wir uns gemeinsam stark im Markt positionieren können“, so Behrens zusammen mit seinen Vorstandskollegen Ulrich Greschuchna, Markus Lüers und Bernd Meyer. Der Zusammenschluss würde den Mitarbeitern zudem langfristig sichere Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven bieten.

Erst im Juni hatte die Volksbank Syke an sechs Standorten die Schalter geschlossen, stattdessen ein telefonisches Service-Team aufgebaut und das Beratungsangebot ausgebaut (wir berichteten). Das Service-Team werde von den Kunden auch gut angenommen, so Markus Lüers zu den ersten Erfahrungen. Im Zuge der Fusion soll es laut Behrens nicht zu weiteren Schalter-Schließungen kommen. „Das ist zur Zeit nicht geplant“, sagte er. Auch betriebsbedingte Kündigung wird es nach Angaben von Lüers durch den Zusammenschluss nicht geben. Bereits seit einigen Monaten sei man mit den Kollegen in Delmenhorst „in Sondierungsgesprächen“, verriet Behrens. Ziel der nun angeschobenen Fusionsverhandlungen sei ein Zusammenschluss der Kreditgenossenschaften bis Mitte 2018. Dem müssten allerdings die Vertreterversammlungen zustimmen, die ihr Votum im ersten Halbjahr 2018 abgeben können. Für die Fusion müsste eine Mehrheit von 75 Prozent stimmen. Geschieht dies, würde der Zusammenschluss rückwirkend zum 1. Januar 2018 vollzogen, die Umsetzung würde ab dem dritten Quartal 2018 erfolgen.

In dem neuen Zusammenschluss wäre die Volksbank Syke, die neben Syke in Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum, Neuenkirchen und Riede geschäftlich aktiv ist, der deutlich größere Partner. Die Volksbank Syke weist nach eigenen Angaben eine Bilanzsumme von 748 Millionen Euro aus und zählt 41 700 Kunden und 17 000 Mitglieder. Dem stehen bei der Volksbank Delmenhorst Schierbrok eine Bilanzsumme von 347 Millionen Euro, 22 700 Kunden und 11 000 Mitglieder gegenüber. Dementsprechend fällt die Anzahl der Mitarbeiter bei der Bank im Diepholzer Nordkreis mit 175 (davon zwölf Auszubildende) auch doppelt so hoch wie in Delmenhorst mit 84 Mitarbeitern (davon 13 Auszubildende) aus. Geführt werden die Fusionsverhandlung von Seiten der Volksbank Syke übrigens von den Carl-Ludwig Behrens sowie den beiden neuen Vorstandsmitgliedern Bernd Meyer und Markus Lüers. Für Ulrich Greschuchna beginnt Ende November der Ruhestand. Die geplante Fusion bereite ihm aber keine Sorge, sagt er. „Es ist ein guter Eindruck entstanden“, so das scheidende Vorstandsmitglied.