Presse-Artikel

Volksbanken vor Fusion

Bassum und Delmenhorst-Schierbrok wollen Kräfte bündeln / Zwei Neue im Vorstand

Kreiszeitung vom 02.11.2016 - VON ANKE SEIDEL

Planen für die Zukunft: Der Volksbank-Vorstand (v.l.) Carl-Ludwig Behrens, Ulrich Greschuchna, MArkus Lüers, Bernd Meyer und Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Fischer. Foto: Seidel

BASSUM - Die Volksbank Bassum-Stuhr-Syke-Weyhe hat mit Markus Lüers und Bernd Meyer nicht nur zwei neue Vorstandsmitglieder an ihrer Spitze, sondern steht auch vor einer historischen Entscheidung: Fusion mit der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok. „Beide Aufsichtsräte haben den Beschluss gefasst, die Vorstände zu beauftragen, Fusionsverhandlungen zu führen“, erklärte Volksbank-Vorstand Carl-Ludwig Behrens gestern während des Pressegesprächs in Bassum zur Vorstellung der neuen Vorstandsmitglieder – und sorgte damit für eine Überraschung.

Die Bestellung der neuen Vorstandsmitglieder, die Weichenstellung für den  Generationswechsel, liege länger zurück als die ersten Gespräche über die Fusion, hieß es gestern. Über den Zusammenschluss der Banken sollen die Vertreter im ersten Halbjahr 2018 entscheiden. „Rückwirkend zum 1. Januar 2018“, erklärte Carl-Ludwig Behrens. Gemeinsam würden es die beiden Volksbanken auf eine Bilanzsumme von fast 1,1 Milliarden Euro bringen – und auf ein Kundenanlagevolumen von 1,2 Milliarden. Das Kundenkreditvolumen würde 925 Millionen Euro betragen. Die neue Bank hätte 28 000 Mitglieder, 259 Mitarbeiter und 64 400 Kunden.

Der Vorstand der Volksbank in Bassum – Carl-Ludwig Behrens, Ulrich Greschuchna, Markus Lüers und Bernd Meyer – steht geschlossen hinter den Fusionsplänen: „Wir sind fest davon überzeugt, dass sich unsere beiden Banken hervorragend ergänzen und wir uns gemeinsam stark im Markt positionieren können!“ Markus Lüers formulierte es so: „Das passt unheimlich gut zusammen. Wir ticken gleich.“ Das gelte sowohl für die Wertschätzung gegenüber Kunden und Mitarbeitern als auch für die Produkte und Tätigkeitsfelder, hieß es.

Es ist die Dynamik in einer völlig veränderten Bankenlandschaft, die zu den Fusionsplänen geführt hat. Damit wollen die beiden Banken auf aktuelle Herausforderungen wie die Niedrigzinssituation, die zunehmende Digitalisierung und die nicht enden wollende Regulatorik im Bankenbereich reagieren.

Bernd Meyer blickt genauso auf die Wirtschaft im Bremer Speckgürtel – und ein höheres Kreditvolumen nach einer Fusion: „Damit könnte man Kunden erschließen, die man bisher nicht hatte.“

Die Bassumer Vorstände sprechen von einem „Zusammenschluss auf Augenhöhe“. Ulrich Greschuchna fasste das Ergebnis der bisherigen Gespräche zusammen: „Bei mir ist ein Super-Eindruck entstanden!“ Den beiden Vorständen der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok, Wolfgang Etrich und Martin Versemann, bescheinigte er eine „sehr große Kompetenz“.

Die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok war im Jahr 2000 aus der Fusion der Volksbanken Delmenhorst und der Raiffeisenbank Schierbrok hervorgegangen, die 1904 gegründet worden war.

Kommt es zur geplanten Fusion, wird es jedoch keine sechs Vorstände geben, denn Ulrich Greschuchna (60) und Carl-Ludwig Behrens (61) scheiden bis zum geplanten Verschmelzungstermin aus dem Vorstand aus. Ulrich Greschuchna verabschiedet sich in einem Monat in die Altersteilzeit, Carl-Ludwig Behrens geht Ende 2017.

Markus Lüers, seit 28 Jahren bei der Volksbank, soll in Bassum zukünftig die Verantwortung für das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie für die Immobilientochter „Voba“ übernehmen. Bernd Meyer, seit 13 Jahren in der Volksbank, ist dort dann für die Ressorts Unternehmensservice, Controlling, Rechnungs-sowie Beauftragtenwesen zuständig.

Hauptverwaltungsstandort der neuen Bank solle „hauptsächlich“ Bassum sein, hieß es gestern, aber Vorstands-Präsenz solle es sowohl in Bassum als auch in Delmenhorst geben.

Stimmen die Vertreter im Frühjahr 2018 der Fusion zu, dann fällt die neue „Bankenehe“ in genau das Jahr, in dem die Volksbank Bassum-Stuhr-Syke-Weyhe (ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1894 zurück) die „Silberhochzeit“ ihres Zusammenschlusses vor dann 25 Jahren feiert. Die jetzt geplante Fusion sei eine „Liebeshochzeit“, betonen die Vorstände: „Das ist keine Zwangsheirat!“