Presse-Artikel

Kurz gefasst: "Bitte denken Sie daran, morgen ist Fußball"

Volksbank Syke präsentiert gut gelaunt den Jahresbericht 2015

Kreiszeitung vom 22.06.2016

von Marc Lentvogt

SYKE „So, wie Sie jetzt gucken, haben Sie gar keine Ahnung. Sie hätten mir sagen müssen, mit welchem Niveau ich es heute zu tun habe.“ Ihren Vortrag für die Vertreterversammlung der Volksbank Syke schmückte Professorin Dr. Elisabeth Heinemann mit scharfzüngigen Anmerkungen. Die Begeisterung war im Saal des Syker Theaters nicht zu überhören. Das Publikum hatte sich zuvor von Vorstand und Aufsichtsrat Zahlen im Millionen-Bereich präsentieren lassen. Es bewegten jedoch vor allem die kleinen Beiträge und Gesten des Abends.

Langanhaltenden Applaus spendeten die 195 anwesenden Vertreter den neuen Auszubildenden der Volksbank, die in den kommenden Jahren die „Gemeinschaftsaufgabe“ Volksbank mittragen sollen. Von eben dieser Aufgabe wusste Ulrich Greschuchna in seiner letzten Rede bei der Vertreterversammlung zu berichten. Nach 20 Jahren scheidet er am 30. November dieses Jahres aus dem Dienst aus. Auch ihm wurde für sein Engagement Dank gewidmet.

Anstatt Geschenke an die aktuellen Mitglieder und Amtsträger zu verteilen, entschied sich die Volksbank dazu, der Lebenshilfe Syke eine Freude zu machen. Deren erster Vorsitzender Dr. Detlef Kayser nahm für die Organisation, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, eine Geldspende in Höhe von 1500 Euro entgegen. Was die Volksbank ausmache, sei die „Übernahme von Verantwortung für Region und Menschen in der Region“, erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Fischer diese Entscheidung.

Neben dieser Vielzahl emotionaler Momente wurde allerdings nicht vergessen, weshalb die Vertreterversammlung zusammengetreten war: die Präsentation des Geschäftsberichtes für das Jahr 2015.

Die Volksbank konnte eine positive Entwicklung in nahezu allen Geschäftsbereichen verkünden. Die Mitgliederbasis konnte 2015 weiter vergrößert werden. Die Genossenschaft erfreut sich der „wichtigen Mitgliederbasis“.

Große Freude war Fischer bei der Feststellung der erneut gesteigerten Bilanzsumme im abgelaufenen Geschäftsjahr anzusehen. Das Kundengeschäft sei sowohl mit der Ausgabe von Kundenkrediten als auch der Annahme von Kundeneinlagen maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Ergebnis aus dem Jahr 2014 deutlich übertroffen wurde: „Nach eher verhaltenen Steigerungen im Vorjahr sind wir mit dieser Entwicklung sehr zufrieden“, erklärte Fischer.

Die aktuelle Wirtschaftslage in der Bundesrepublik und Europa gepaart mit der einhergehenden Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bedeutete für die Volksbank, dass dem guten Kundengeschäft ein nur marginal verbesserter Zinsüberschuss gegenübersteht. „Schwere, aber interessante Zeiten“, urteilte Fischer, der der Situation das Beste abgewann. Gleichzeitig äußerte er Forderungen gegenüber der EZB, die mit der weiteren Lockerung ihrer ohnehin expansiven Zinspolitik nicht nur den Banken schade, sondern die private Vorsorge nahezu unmöglich mache. Deutschland sei eine Sparernation und „den Sparer trifft die Politik besonders hart“.

Außerdem drücke diese Politik „massiv auf die Zinsmarge“ erklärte Fischer, der den marginalen Anstieg in diesem Geschäftsbereich „aber noch zufriedenstellend“ fand. Auf Vertreter-Nachfrage wusste der Aufsichtsratsvorsitzende zu berichten, dass die Kundeneinlagen größtenteils im Tagesgeld zu verzeichnen sind. Für die ausgegebenen Kredite sei eine Laufzeit von zehn oder mehr Jahren – man denke an Bauvorhaben – die Norm.

Um den Vertretern Sicherheit bei ihrer Entscheidung zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu geben, wurde im nächsten Schritt der Bericht der Wirtschaftsprüfung dargelegt. „Bitte denken Sie daran, morgen um 18 Uhr ist das Deutschland-Spiel“, wurde der Vortrag des zuständigen Prüfers Dirk Abel, vom Genossenschaftsverband, eingeleitet. Nach diesem Hinweis war sich die Vertreterversammlung einig, eine Zusammenfassung des Berichts für ausreichend zu erachten und auf die Lesung des mehrere hundert Seiten langen Skripts zu verzichten. Das tadellose Ergebnis überzeugte: Aufsichtsrat und Vorstand wurden in seperaten Wahlen einstimmig entlastet.

Gemäß der Satzung mussten Carsten Fischer, Heinz-Hermann Hansemann und Dr. Henning Schwarze aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Die Arbeit der vergangenen Jahre wurde in allen drei Fällen jedoch bei deutlichem Ergebnis mit einer Wiederwahl belohnt. Fischer erhielt die volle Zustimmung des Plenums, Hansemann hatte eine, Schwarze drei Enthaltungen zu verzeichnen. In Zeiten geschäftlichen Umbruchs im Kundengeschäft setzen die Vertreter damit auf personelle Konstanz.

Ein stetiges Angebot von persönlicher, telefonischer und digitaler Betreuung wird den Alltag in zahlreichen Filialen deutlich verändern. Mehr als 30000 Kundenkontakte wurden analysiert, um eine Anpassung an die Kundenwünsche gewährleisten zu können, wusste die Bank zu berichten. Diese Entwicklung zog die Einstellung des stationären Services in sechs Filialen nach sich, bedeutete jedoch insgesamt eine höhere Erreichbarkeit der Kundeberater. Das neue Volksbank-Service-Team habe seit dem 1. Juni täglich mehr als 500 telefonische Kundenkontakte erfolgreich bearbeitet.

Dass dieser Weg der richtige ist, aber mitnichten mit einer einfachen Online-Präsenz endet, erklärte im Anschluss an die Tagesordnung Elisabeth Heinemann den Besuchern im Theater. Die Wirtschaftsinformatikerin wusste mit einer unterhaltsamen Mischung wissenschaftlicher Erkenntnisse und kabarettistischer Einlagen bestens zu unterhalten.