Presse-Artikel

Aktie statt Sparschwein?

Ortsversammlung der Volksbank mit Vortrag

Kreiszeitung vom 12.03.2016

Bassum - Bis auf den letzten Platz besetzt war das Gasthaus Haake in Bassum am Donnerstag bei der Ortsversammlung der Volksbank eG Syke. 260 Mitglieder der Genossenschaftsbank waren gekommen, um sich vom Vorstand die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres erläutern zu lassen. Eingebettet in ein unterhaltsames Rahmenprogramm gab dieser Einblicke in aktuelle Bank- und Wirtschaftsthemen.

Mit der Geschäftsentwicklung des Jahres 2015 zeigte sich Vorstand Ulrich Greschuchna trotz der weiter anhaltenden sehr schwierigen Zinssituation zufrieden. Am Jahresende wurde die Volksbank von 17139 Mitgliedern getragen und konnte eine Bilanzsumme von 737 Millionen Euro vorweisen.  

Wie bereits in den Vorjahren resultiert dieses Ergebnis nahezu ausschließlich aus der Entwicklung des originären Kundengeschäfts. Kredite wurden in Höhe von 435 Millionen vergeben, 39 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Höhe der Kundeneinlagen belief sich auf 514 Millionen, was eine Steigerung um 26 Millionen im Vergleich zum Vorjahr ausmacht.

Einen sehr hohen Stellenwert habe laut Greschuchna das Kundenwertpapiergeschäft. Hier wurden die Bestände um 7 Millionen gesteigert und lagen am Jahresende bei 197 Millionen. Der Bilanzgewinn lag 2015 bei rund 800 000 Euro, so dass der Vertreterversammlung eine Dividendenzahlung von vier Prozent vorgeschlagen wird.

Gleich zu Beginn seiner Ansprache zeigte sich Greschuchna erfreut, alle Anwesenden als Kunden begrüßen zu dürfen, wo doch die Banken eigentlich nichts (jedenfalls keine Zinsen) zu bieten hätten. Hieran knüpfte auch der Vortrag des Gastes an.

Stefan Brink, Vertriebsdirektor der Union Investment Privatfonds GmbH, erläuterte die Sparsituation der vergangenen Jahrzehnte und erklärte, warum das Anlageverhalten der Deutschen neu überdacht werden müsse. Da pünktlich zum Vortrag aus einem Niedrigzinsumfeld ein Nullzinsumfeld geworden ist, hält er das Anlagenverhalten hierzulande für hochgefährlich.

Das reine Sparen mit dem klassischen Sparbuch, das ja durch den Zinseszinseffekt einmal attraktiv war, lohne sich nicht mehr. Im Gegenteil, durch die gleichzeitig steigende Inflationsrate würde man ein Minusgeschäft machen. Als lebhaftes Beispiel rechnete er den Zuhörern vor, dass er 12 000 Euro anlegen müsste, um sich von den Zinsen einmal im Jahr ein Parken in der Osnabrücker Innenstadt für sechs Euro leisten zu können (bei einem Zinssatz von 0,05 %).

Deutsche Anleger schwören aber immer noch auf Sparbücher und verlören dadurch viel Geld. Brink regte die Kunden an, ihre Geldanlagen zu überdenken und andere Wege zu gehen. Aktie statt Sparschwein? Diese Frage drängte sich im direkten Vergleich auf. Aber Brink empfahl, einen Mittelweg zu gehen und ermunterte die Mitglieder, das Gespräch mit dem Anlagenberater zu suchen.

Für gute Unterhaltung des Abends sorgte Sänger Hagen Meyer. Er präsentierte unvergängliche Lieder und Chansons aus den 20er und 30er-Jahren. Lieder wie „Nehm‘n Se‘n Alten“ von Otto Reutter oder „Hochzeit bei Zickenschulze“ von Freddy Sieg brachten das Publikum trotz Nullzinsumfeld zum Lachen.