Presse-Artikel

Für mehr Sicherheit vor dreisten Datendieben im Internet

Die Volksbank Syke bietet ihren Kunden das neue Bezahlsystem "paydirekt" an / Es gibt noch kleine Startschwierigkeiten

Kreiszeitung vom 02.12.2015

Von Robin Grulke

BASSUM - Nutzern ist das Bezahlsystem „Paypal“ bestens vertraut: Man registriert sich auf der Internetseite des Systems und dadurch werden Käufe im Internet leichter und unkomplizierter. Zudem kümmert sich „Paypal“ darum, dass das Geld zurückerstattet wird, wenn die Ware nicht beim Kunden ankommt. Das macht das amerikanische Bezahlsystem sehr erfolgreich.

Nun wollen aber auch deutsche Banken ein Stück von dem Kuchen und bieten mit „paydirekt“ ein eigenes Verfahren an, welches sehr wohl konkurrenzfähig sein soll – wenn auch nur auf dem deutschen Markt. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, welches den Kunden mehr Sicherheit,  Transparenz und besseren Datenschutz gegenüber anderen Firmen verspricht.

Prokurist Markus Lüers und Kundenberater Thilo Thiemann von der Volksbank in Bassum stellten in einem Pressegespräch das neue Online-Bezahlverfahren „paydirekt“ vor. Ab sofort können Mitglieder und Kunden der Volksbank Syke dieses System nutzen. Und damit stehen sie nicht allein: Mehr als 20 Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken, darunter TargoBank, Commerzbank und ING DiBa wollen mit „paydirekt“ erfolgreichen US-Anbietern Konkurrenz machen.

Es soll „schnell, einfach und vor allem sicher“ sein, sagt Thiemann. In Zeiten der Internetkriminalität würden Kunden von einem Bezahlsystem zunehmend Sicherheit und Datenschutz erwarten. Während Nutzer von „Paypal“ kaum Einblick haben, was mit ihren Daten geschieht, bürgen bei „paydirekt“ die deutschen Banken für einen vertrauensvollen Umgang damit. Die sensiblen Daten – beispielsweise Kontonummer oder E-Mail-Adresse – werden nur bei der Bank hinterlegt, der Händler erhält lediglich eine Zahlungsbestätigung und die Lieferadresse. Die Banken überprüfen zudem, ob der Kunde überhaupt „zahlungsfähig“ ist.

Kostenlos ist „paydirekt“ nicht. Händler kostet das System durchschnittlich „1,3 bis 1,4 Prozent des Umsatzes“, sagt Thiemann. Das sind knapp 0,4 Prozent weniger als bei Paypal. Diese Kosten legen Händler in der Regel auf die Kunden um oder belasten damit die eigene Gewinnspanne.

Es gibt allerdings noch zwei Probleme, weil das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt. Zum einen muss jede Bank diesen neuen Service auf ihrer Seite eigenständig freischalten, was noch nicht flächendeckend der Fall ist. So haben beispielsweise die Volksbanken Aller-Weser das System ihren Kunden noch nicht zur Verfügung gestellt. Zum anderen konnten bisher erst zehn Online-Händler, darunter Haribo, d-Living und Sport-Tiedje, angebunden werden.

Der Zeitpunkt scheint also schlecht gewählt. In der Vorweihnachtszeit können sich namhafte Händler keine Fehler leisten und gehen mit bewährten Verfahren wie Paypal oder Sofortüberweisung lieber „auf Nummer sicher“. Des weiteren ist die Nutzung von „paydirekt“ außerhalb von Deutschland vorerst nicht geplant, was die Liste an möglichen Händlern weiter eingrenzt.

Doch die Banken sind zuversichtlich: „Ziel ist es, die Top 100 der Händler aus Deutschland anzubinden“, sagt Thilo Thiemann. Ein solches Programm müsse sich immer erst beweisen und etablieren.