Presse-Artikel

"Zeitreise" durch das Schaffen zweier Künstlerinnen

Ursula Grada und Maja Borchers stellen in der Volksbank aus

Kreiszeitung vom 07.11.2015

Stuhr „Zeitreise“ ist die aktuelle Ausstellung in der Volksbank Stuhr überschrieben, und die vielen Gäste ließen sich am Donnerstagabend bei der Vernissage gerne mit auf eine Entdeckungstour quer durch das künstlerische Schaffen von Maja Borchers und Ursula Grada nehmen. In ihrer Gemeinschaftsausstellung – ihrer dritten dieser Art in den alten und neuen Räumen des Kreditinstituts – zeigen die Künstlerinnen Werke von der Anfangszeit bis hin zu neuesten Arbeiten.

Wie Filialleiterin Susanne Schröder in ihrer Begrüßung anmerkte, sei der Weg Ursula Gradas und Maja Borchers zur Kunst doppelt lang gewesen. In einem Kurs in der Volkshochschule in Seckenhausen verspürten beide den ersten Impuls, sich mit Pinsel, Farben und Leinwand neben dem Alltag eine Welt  der Entspannung zu schaffen. Später trafen sich die beiden Frauen eher zufällig auf einem Pferdehof  mit ihren damals achtjährigen Töchtern Tatjana und Anja wieder. „Meine Mutter strickte, während wir geritten sind, und das war im Jahr 1981“, weiß Anja Borchers noch genau um die Anfänge einer langen und intensiven Freundschaft zwischen der Mama und Ursula Grada. „Die ist langsam gewachsen und hält entsprechend“, betonen die beiden Hobbykünstlerinnen. Mal gemeinsam, mal alleine greifen die Frauen zum Pinsel und verarbeiten ihre Gedanken.

Ursula Gradas neuestes Bild mit dem Titel „Hoffnung“ zeigt eine riesige Kerze mit Blick in eine weite Landschaft. Ein kühles Blau bestimmt das Werk. „Ein Bauchbild“, wie es die Künstlerin nennt, das gleich einen Interessenten fand. Doch Ursula Grada mag es noch nicht abgeben. Ihre damit verbundene Verarbeitung einer Erkrankung ist – wie die Farbe selbst – wohl noch zu frisch.

Maja Borchers, die mittlerweile in Grolland wohnt, rückt im Gegensatz zu den einsamen Landschaften ihrer Freundin aus Barrien die Menschen in den Vordergrund, und zwar eher schemenhaft mit fröhlichen Farben und angedeuteten Gesten. „Gesichter kann ich nicht malen“, gesteht sie. Gleichwohl erzählen auch ihre Bilder ganze Geschichten.

Der Pinselstrich ist bei beiden Künstlerinnen längst mutig geworden, die sich sogar fast respektlos an die Kopie großer Meister wagten. Ausprobieren und den eigenen Weg finden, ohne zeitlichen Zwang, das stand bei Maja Borchers und Ursula Grada immer auf dem Plan. „Mal mit einem Augenzwinkern, mal mit tiefer Demut“, so beschreibt Susanne Schröder äußerst treffend die unterschiedlichen Blickwinkel von Maja Borchers und Ursula Grada auf ihr Schaffen. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 2. Dezember zu den üblichen Öffnungszeiten der Bank. - ak