Presse-Artikel

Rostige Experimente, überraschende Prozesse

Britta Gansberg aus Bassum stellt ihre Werke in der Volksbank Stuhr aus

Kreiszeitung vom 08.11.2014

Britta Gansberg zeigt ihre Arbeiten seit Donnerstag im Kreditinstitut. - Foto: Ehlers

Von Angelika Kratz

Stuhr . Wer als Erwachsener Rost ansetzt, dem bescheinigt man Antriebslosigkeit. Dass Rost in der Kunstszene für äußerste Lebendigkeit, Freude am Experimentieren und das Einlassen auf überraschende Prozesse steht, das zeigt Britta Gansberg mit ihren Werken, die sie seit Donnerstagabend unter dem Motto „Rostpartie“ in der Stuhrer Volksbank ausstellt. „Ich kann nicht ohne Kunst“, bekennt die gelernte Fachangestellte für Arbeitsförderung. Schon seit der Kindheit malt sie und hat sich als Autodidaktin ein umfangreiches Grundwissen im künstlerischen und im Handwerklichen zugelegt.

Britta Gansberg besuchte Seminare über Holzdrucktechnik und Steinbildhauerei, Schmiede- und Motorsägenkurse sowie Malworkshops und bildete sich in Papierschöpfen, Korbflechterei und Goldschmiedetechnik fort. Aus allen Bereichen hat die Bassumerin ein wenig für ihre Werke mitgenommen. „Hauptsache bei all diesem Tun ist meine Freiheit dabei“, schreibt sie auf ihrer Homepage.

Bernd-Fred Heyne sägte nach den genauen Vorgaben seiner Ehefrau Häuser aus alten Balken aus. Sie wurden anschließend mit einer rostigen Vorderfront versehen und auf einer Bremer Messe ausgestellt. „Wenig gekauft, aber viel fotografiert“, war Resümee des Ehepaars im Jahr 2008.

Britta Gansberg hatte Sorge, dass ihre Idee von anderen geklaut werden könnte und so schrieb sie einige Zeitungen an. Im Dezember 2012 erschien ein Artikel in der „Landlust“ und zog eine ungeahnte Welle an Bestellungen mit sich.

Aber nicht nur Häuserskulpturen entwickelt Britta Gansberg als rostige Umsetzung vom Traum der eigenen vier Wände. Die Rostpartikel geben ihren Bildern eine ganz besondere Note. Meist seien die chemischen Reaktionen eher unvorhersehbar und umso spannender wird das Ergebnis.

Die Fotografie ist eine weitere Leidenschaft von Britta Gansberg. In Transfertechnik entstand das Werk eines sprudelnden Wasserhahns als verfremdete Grundlage eines Fotos aus der Molkerei in Kirchdorf. Alle in der Stuhrer Volksbank zu sehenden Exponate sind  in der jüngsten Zeit entstanden. „Ich war fleißig“, sagt die Künstlerin und lacht angesichts ihrer Schaffensfreude.

Laudator Frank Gottlieb ist ein großer Fan von Britta Gansberg. Alle ihre VHS-Kurse, die sie als Dozentin in Bassum gegeben hat, hat er besucht und ist besonders von ihrem handwerklichen Rüstzeug begeistert. Die Eigenheime aus Holz mit der gesamten „Rostpartie“ auf großen und kleinen Leinwänden sind in der Volksbank bis zum 27. November zu sehen.