Presse-Artikel

TV-Meteorologe Plöger zu Gast in Syke

Vortrag in der Volksbank

Weserkurier vom 04.07.2014

Von Annika Lütje

Landkreis Diepholz. Bei der Vertreterversammlung der Volksbank Syke referierte der aus dem Fernsehen bekannte Meteorologe Sven Plöger am Donnerstagabend zu dem Thema „Gute Aussichten für morgen. Wie wir den Klimawandel bewältigen und die Energiewende schaffen können. Es besteht kein Grund zur Panik!“. Redakteurin Annika Lütje erklärte er den Unterschied zwischen Klima und Wetter. Er sprach mit ihr auch über weniger schlimmen Regen und darüber, wie der Sommer wird.

Herr Plöger, Sie haben als Meteorologe in einem Geldinstitut referiert. Was ist Ihrer Meinung nach einfacher vorherzusagen: das Wetter oder die DAX-Entwicklung?

Sven Plöger:

Das Wetter. Da spielen physikalische Gesetzmäßigkeiten eine Rolle, die man verstehen und vorhersehen kann. Die DAX-Entwicklung wird zwar auch von ökonomischen Zwängen beeinflusst, ist aber eine von den Menschen erfundene Sache und somit willkürlicher.

In Ihrem Vortrag sagten Sie, dass beim Thema Klimawandel kein Grund zur Panik bestehe. Wie wollen Sie uns die Panik nehmen?

Mit Sachinformation, spannenden Geschichten und ohne erhobenen Zeigefinger. Wir stehen mit dem mess- und sichtbaren Klimawandel vor einer Herausforderung. Die Klimaforschung sagt deutlich, dass der Mensch mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent maßgeblich am Klimawandel beteiligt ist. Gleichzeitig nimmt das Interesse der Bevölkerung an diesem wichtigen Thema immer mehr ab – oft auch, weil durch viel Unwissenheit zu viel Emotion in die Diskussion kommt. Wenn wir uns selbst immer nur mit der Apokalypse drohen, tun wir uns keinen Gefallen. Für mich ist es viel wichtiger zu sagen, dass es genügend Stellschrauben gibt, sodass wir erfolgreich gegensteuern können. Etwa mit einer Energiewende, die wir nach China exportieren, wo man derzeit unter extremem Smog leidet und weiß, dass es so nicht weitergehen kann. Nur müssen wir diese Energiewende dazu bei uns im Land erfolgreich gestalten.

Ist es kein Widerspruch, wenn das Interesse an dem Thema sinkt, aber die Emotionen dabei sehr stark sind?

Unabhängig vom Interesse des Einzelnen hat das Thema eine riesige gesellschaftspolitische Bedeutung. Ein Generationenprojekt wie die Energiewende macht man nicht mal eben so. Vor allem deshalb nicht, weil die unterschiedlichsten Interessen und Interessengruppen aufeinandertreffen – es wird Gewinner und Verlierer geben. Die Politik muss einen vertretbaren Konsens herstellen, und wir müssen versuchen, die Massen mitzunehmen, um wirklich etwas zu erreichen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem Klima und dem Wetter?

Das Wetter ist das tägliche Geschehen. Man kann es fühlen und sich daran erinnern – zum Beispiel an einen besonders kalten Winter, in dem man Schlitten gefahren ist, oder an einen sehr starken Sturm. Das Klima ist hingegen das Mittel des Wetters, also Statistik. Dafür haben wir keine Sinnesorgane. Wetter ist uns nah, Klima nicht. Deshalb sorgen wir uns beim Klimawandel vor allem um die Entwicklung bei den Unwettern bei uns vor der Haustür – das ist aber nur ein kleiner Teil des Klimasystems.

Warum reden die Menschen eigentlich so gerne über das Wetter?

Ich rede gerne darüber, weil ich es mag, in den Himmel und die Wolken zu schauen, und weil mich fasziniert, wie Wetter funktioniert. Ich schaue gerne hinter die Dinge. Bei vielen Menschen kommt sicherlich auch der Freizeitgedanke hinzu. Unsere Freizeit wollen wir nutzen. Außerdem beschäftigen uns die Wetterprognosen bei Unwettern – übrigens auch für Versicherungen ein zentrales Thema. Und an der Supermarktkasse ist das Wetter ein gutes Thema für den Small Talk. Man kann gut daran mäkeln: zu heiß, zu kalt, zu nass. Manchmal frage ich mich, welches Wetter den Deutschen eigentlich gefällt.

Da kann man doch als Meteorologe sowieso nur verlieren, oder? Gemeckert wird immer. Bekommen Sie manchmal negative Zuschriften, was das Wetter angeht?

Natürlich gibt es Leute, die notorisch unzufrieden sind. Aber in der Regel bekomme ich positive Zuschriften. Die meisten freuen sich, dass wir im Wetterbericht auch immer versuchen, das Wetter zu erklären. Wenn man versteht, woher der Regen kommt, ist er offenbar weniger schlimm.

Um eine Frage kommen wir nicht herum: Wie wird der Sommer?

Wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern und kurzen Aufhellungen bei 15 bis 36 Grad. Schwacher bis mäßiger, in Böen starker Sturm und Wind aus unterschiedlichen Richtungen (lacht).

 

Bilanzsumme gestiegen

Selbstverständlich ging es bei der diesjährigen Vertreterversammlung der Volksbank Syke nicht nur um den Klimawandel, sondern auch um die Wetterlage im Finanzsektor. Und die sieht recht sonnig aus: Die Bilanzsumme hat sich laut des Jahresberichtes 2013 um zehn Millionen Euro auf 661 Millionen Euro erhöht. Die Summe der Kredite an Kunden betrug 395 Millionen Euro – rund sieben Millionen mehr als im Vorjahr. Das Kreditvolumen, das an die genossenschaftlichen Verbundpartner vermittelt wurde, belief sich auf 105 Millionen Euro. Der Gesamtwert der eigenen Wertpapiere lag bei 214 Millionen Euro. Zum Jahresende betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 122 Millionen Euro. Die Kundeneinlagen sind um 14 Millionen Euro auf 463 Millionen Euro gestiegen. Weitere 284 Millionen Euro legten die Kunden der Volksbank bei den Verbundpartnern an. Das Eigenkapital betrug 61 Millionen Euro.

Zum Jahresende 2013 verzeichnete die Volksbank 16 916 Mitglieder. Bei der Vertreterversammlung wurde auf Geschenke verzichtet. Stattdessen spendete die Volksbank 1500 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.