Presse-Artikel

An Vergangenes erinnern und Neues zulassen

Kunst in Bassum: Zweiteilige Skulptur an der Volksbank von Heidrun Kohnert heißt „Veränderungen"

Kreiszeitung vom 29. Juli 2013

Heidrun Kohnert vor ihrer Skulptur „Veränderungen”.

Von Berthold B. Kollschen

BASSUM • Sie gehören zum Alltagsbild. werden oft gar nicht mehr wahr genommen. dabei lohnt der Blick immer wieder aufs Neue - Kunstwerke in Bassum. Zur Neueröffnung der Volksbank in Bassum im Jahre 2001 erhielt die Hallstedter Bildhauerin Heidrun Kohnert den Auftrag, eine Skulptur zu schatten, die einerseits das Bewahren zeigt. Andererseits aber auch neue Zusammenhänge dokumentieren sollte, die im Zusammenhang mit dem Um- und Erweiterungsbau des Bankhauses vom ehemaligen Amtsgericht mit Stadtgefängnis zu einem modernen Geschäftshaus stehen.
Das ist ihr mit ihrer zweiteiligen Skulptur bestens gelungen. Die beiden Teile des Kunstwerkes sind eben tür diesen Ort konzipiert und orientieren sich in ihrer Lage- und Bewegungsachse am Außengelände.
Sie stehen unübersehbar vor dem Haupteingang des Bankgebäudes an der Bremer Straße. „Die verwendeten Steine, die aus der alten Gefängnismauer des damaligen Bauwerkes stammen, dokumentieren die Geschichte des Hauses. Die Künstlerin hat den fast zerbrechlich wirkenden, von
der Natur durch Witterungseinflüsse gezeichneten und in vielen Rottönen leuchtenden Steinen ein
neues Zuhause gegeben. Beton übernimmt dabei, wie auch in modernen Bauten heutiger Zeit, die tragende Funktion.
„Ich verstehe diese Skulptur als einen Anreiz zu kreativer Erinnerung. Nebensächliche Zeitzeugen erinnern an Vergangenes. zeigen sich in neuem Zusammenhang und lassen Veränderungen zu", beschreibt Heidrun Kohnert selbst ihr Werk.
Die Künstlerin (Jahrgang 1953) lebt in Hallstedt. Sie hat von 1882 bis 1989 Bildhauerei und Keramik an der Hochschule für Künste in Bremen studiert. Seit 1989 betreibt die Bildhauerin eine eigene Werkstatt und hat bereits in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen ihre Arbeiten einer breiten
Öffentlichkeit gezeigt.

Die alte Gefängnismauer des ehemaligen Amtsgerichts lieferte nach Abriss die Steine für das Kunstwerk - Foto: Fritz Kohnert