Presse-Artikel

Fußball und Wirtschaft - "Das Runde muss ins Eckige"

Vertreter-Versammlung der Volksbank: Rainer Calmund siniert mit Herz und Schnautze über Kompetenz, Leidenschaft und Erfolg

Kreiszeitung vom 27. Juni 2013 von Anke Seidel

Stuhr - Er hat kein Problem damit, jemandem auch mal „ne‘ Briefmarke auf den Arsch zu kleben“, wenn der nur jammert, den Teamgeist zerstört und damit den Erfolg der Mannschaft untergräbt – dann ab die Post! Im Fußball gilt das für Reiner Calmund genauso wie in der Wirtschaft. Überhaupt gibt es zwischen diesen Lebenswelten enorm viele Parallelen, wie das Schwergewicht in der Vertreter-Versammlung der Volksbank auf Gut Varrel in Stuhr bewies. Der Fußball-Manager und Unternehmer sinnierte mit Herz und Schnauze, überbordendem Temperament und deftigen Sprüchen über Kompetenz und Leidenschaft als Erfolgsfaktoren. Sein Credo: „Das Runde muss ins Eckige!“ Fußball sei heutzutage ein absolutes Premium-Produkt, stellte Calmund klar, das 40 Millionen Menschen in Deutschland begeistere – von der Putzfrau über den Harz IV-Empfänger bis zum Chefarzt. Trotzdem sei der Umsatz begrenzt: „Nur einer wird Meister.“ Aber wenn der Umsatz stimme, dann stimme alles. Auch die Akzeptanz: „Wenn Du Erfolg hast, kannst Du Blödsinn erzählen. Hast Du keinen, dann heißt es: Der soll mal die Schnauze halten...“

Aber wie entsteht Erfolg? Es waren oft zitierte Unternehmer-Weisheiten, die Calmund im schnörkellosdeftigen Fußball-Jargon präsentierte. Wie die Verantwortlichkeit des Chefs, das Wirken von Bedingungen und das, was am Ende alles entscheide: „Der Kuchen muss abends verkloppt sein!“ Ellenbogen seien dafür genauso wichtig wie Respekt und Freundlichkeit. Die Nachwuchs-Förderung sei obligat, weil gute Mitarbeiter für den Erfolg enorm wichtig seien – genauso wie Disziplin und Siegeswille, Überzeugungskraft und Durchhaltevermögen. Vor allem aber Engagement: „Es kommt nicht darauf an, was Du kannst, sondern was Du tust!“

Vor dem vollmundigen Calmund-Referat hatte Volksbank-Vorstand Carl-Ludwig Behrens in seinem Jahresbericht 2012 die Entwicklung der Volksbank, die insgesamt 183 Mitarbeiter beschäftigt, in Zahlen und Fakten reflektiert. Gleichwohl das Jahr 2012 den bisherigen Höhepunkt der europäischen Staatsschuldenkrise markiert habe, so Behrens, steigerte die Volksbank ihr Ergebnis. Die Zahl der Mitglieder war um 322 auf 16 813 gestiegen, die Bilanzsumme um 21 Millionen Euro auf nunmehr 651 Millionen.

Ein Plus von fünf auf 388 Millionen Euro verbuchte die Volksbank bei den Kundenkrediten, der größten Position auf der Aktivseite ihrer Bilanz. Hinzu kamen an Verbundpartner vermittelte Kredite in Höhe von 111 Millionen Euro. Zweitgrößter Block auf der Aktiv-Seite der Bilanz: die liquiden Mittel in Höhe von insgesamt 235 Millionen Euro.

Größter Posten auf der Passiv-Seite der Bilanz waren die Einlagen der Kunden, die der Volksbank 449 Millionen Euro anvertraut hatten – 16 Millionen mehr als im Vorjahr. Zusammen mit an Partner vermittelten Einlagen und Wertpapierdepots betrug das Kundeneinlage- Volumen 739 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Bank umfasst 57 Millionen Euro. Die Gewinn- und Verlustrechnung prägten ein Zinsüberschuss von 17 Millionen Euro sowie ein Provisionsüberschuss von fünf Millionen, aber auch Verwaltungskosten in Höhe von 15 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Bilanzgewinn von 912 806 Euro, aus dem laut Beschluss der Vertreter-Versammlung eine Dividende von sechs Prozent gezahlt wird. 480 000 Euro fließen in die Rücklagen.